Achtsamkeitsmeditation („Mindfulness“) und Transzendenz

Achtsamkeitsmeditation („Mindfulness“) und Transzendierende Meditation

Achtsamkeitsmeditation, wie von den Buddhisten praktiziert – ich habe auch schon einmal im Rahmen eines Retreats diese Technik erlernt und geübt – , steht seit einigen Jahren zunehmend im Interesse der Öffentlichkeit, der Medien und der Forschung.
Bei dieser Art der Meditation werden u.a. verschiedene Begriffe wie Mudita (Mitfreude), Upekkha (Gleichmut) oder Karuna (Mitgefühl) gewählt und meist gedanklich mit der Atmung koordiniert. Die Methode zählt zu den grundlegenden Meditationsübungen bzw. inneren Haltungen des Buddhismus. Sie werden als die vier Brahmaviharas bezeichnet – der Begriff lässt sich mit „himmlischen Verweilzuständen“ oder „unermesslichen Geisteshaltungen“ übersetzen.

Das Programm der TM, einer tranzendierenden Mediationstechnik, nach Maharishi Mahesh Yogi beinhaltet als Grundlage eine alle mentale Aktivität wie Sinneswahrnehmungen, Gefühle, Gedanken überschreitende geistige Technik, die als Transzendentale (eigentlich transzendierende) Meditation bekannt wurde. Es ist eine meditative Methode der Verringerung der mentalen Aktivität, die schließlich spontan zum Überschreiten auch der feinsten, abstraktesten geistigen Aktivität führt. Zurück bleibt der Praktizierenden im Zustand von Reinem Gewahrsein, völliger Stille bei gleichzeitig höchster innerer Wachheit, ein Zustand reinen Selbstrückbezuges. Dies geschieht nicht immer, aber doch immer wieder, je nach jeweiligem Zustand des Nervensystems und der Physis.

Fortgeschrittene TM-Praktizierende üben anschließend eine spezielle Form der transzendierenden Achtsamkeitsmeditation, das sogenannte „Samyama nach Maharishi Patanjali“, bei dem Begriffe ähnlich der buddhistischen Achtsamkeitsmeditation in das Bewusstsein genommen werden, aber an denen nicht festgehalten wird, sondern die technisch betrachtet ebenfalls genau wie in der TM transzendiert werden. Das heißt, der gewählte Begriff wie z.B. „Mitgefühl“ wird vollkommen losgelassen, geht quasi „verloren“, der Praktizierende taucht anstrengungslos in das begriffsfreie Absolute Bewusstsein ein, kommt aber nach kurzer Zeit wieder in das relative Bewusstsein zurück. Dort wird spontan der zuletzt transzendierte Begriff, z.B. „Mitgefühl“, mit der authentisch reinen, göttlichen Qualität des Mitgefühls und seiner unbegrenzt energetischen Fülle belebt. Dies alles beruht nicht auf einem Willensakt des Praktizierenden, sondern es ist ein automatischer, anstrengungsloser und natürlicher Prozess.

Dadurch werden z.B. „Mitgefühl“ oder „Friedfertigkeit“ zu einer spontan verwirklichten und erlebbaren Realität, die unabhängig von der ständigen Erinnerung oder gedanklichen Konzentration auf den Begriff, während des Wachbewusstseins und der Aktivität existieren. Und so können sie gelebt werden, drücken sich im Denken, Fühlen und Handeln aus und werden integraler Wesensbestandteil des Praktizierenden.

Im Laufe der Zeit führen diese Übungen immer mehr zur Belebung der abstraktesten Ebene der Schöpfung, die an der Grenze zum Absoluten den Ausgangsort der Schöpfung darstellt. Hier sind alle Naturgesetze, alle Grundstrukturen oder „Pläne“ der Schöpfung, alle schöpferischen Impulse, alle zur Entfaltung notwendigen Energien, alles Wissen über Alles im Universum in innigster Form untrennbar miteinander vereint.
Gleichzeitig zu der immer größer werdenden Vertrautheit mit dieser Schöpfungsebene und -kraft strukturiert sich im Übenden ein stabiler, in der Relativität integrierter, gleichzeitiger Zustand von Transzendenz und Relativität, von Stille und Handlung, von Selbstrückbezug und unendlicher Handlungsdynamik.

consciousness

Diese transpersonale Ebene einer scheinbar höheren Macht wird immer mehr integrierter Bestandteil der eigenen, bislang ganz irdischen Persönlichkeit. Der Mensch wird so zu seiner wahren Bedeutung als Ebenbild Gottes erhoben; das Irdische in ihm wird transformiert zum Himmlischen. „Trachtet zu erst nach dem Himmelreich Gottes, und alles Andere wird Euch gegebn werden.“ Alles Abgesondertsein (auch ethymologisch die eigentliche Bedeutung von sogenannter Sünde) vom eigenen, göttlichen Selbst schwindet dahin.

Somit sind vollkommene „Achtsamkeit“ der feinsten Impulse des immerwährenden göttlichen Schöpfungsaktes oder „ein himmlischer Verweilzustand“ oder „eine unermessliche Geisteshaltung“ – wie es im Buddhismus heißt – auf natürliche und anstrengungslose Weise verwirklichbar.

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